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Sapere aude! - Horaz / Kant Es gibt zur zwei Arten zu leben. Entweder so als wäre nichts ein Wunder oder so als wäre alles ein Wunder. - A. Einstein Dance first, think later! - Samuel Beckett

Krapplack

Farbbrei im Tuch
Heute habe ich Krapplack aus Wurzeln hergestellt. Früher war Krapp ein wichtiges Pigment in der Malerei, das sich besonders gut für Lasuren eignet.
Die Farbe variiert je nach Herstellung und Pflanze zwischen rosa, orange, feurig rot, bläulich und bräunlich. Ich habe versucht, einen möglichst feurigen Farbton zu bekommen.

Es wird allgemein angenommen, dass natürlicher Wurzelkrapp nicht so lichtecht ist, wie moderne Pigmente. Alzarinkrapplack, die synthetische Version, wird heute auch schon meist durch andere synthetische Rotpigmente ersetzt, die Krapprot imitieren.

Ich finde die natürliche Farbe trotz aller vermeintlichen Nachteile sehr schön und ich werde meinen Krapplack in einem meiner nächsten Bilder zusammen mit Indigo verwenden. Mal sehen, wie lichtecht er letzlich wirklich ist.

Nachtrag: Da ich mittlerweile eine interessante Untersuchung bezüglich der Lichtechtheit von Wurzelkrapp, auch im Vergkeich zu Alizarin, gelesen habe, werde ich einfach mal selbst ein paar einfache Tests machen. 
Die Lichtechtheit könnte doch besser sein als vermutet.


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Wer es versuchen will, hier mein Rezept:
(es gibt natürlich weitere Methoden und viele Variationen z.B. Extraktionsdauer, Temperatur, Alaunmenge, Pottasche anstatt Soda etc. )

HERSTELLUNG eines KRAPPLACKS

4 TL Alaun in 100 ml Wasser geben
bis zum Siedepunkt erhitzen
auf ca. 65-70 Grad runterkühlen und 5 TL gemahlenen Krappwurzel hinzufügen
etwa 30 Minuten extrahieren (geht auch länger oder kürzer)

alles durch ein Tuch oder ein engmaschiges Sieb pressen
Flüssigkeit in einem ausreichend großen Topf auffangen
Pflanzenteile entsorgen
Flüssigkeit wieder erhitzen
Sodalösung (ca. 1 EL in 125 ml Wasser) tropfenweise hinzufügen (Achtung schäumt!)
solange Soda zugeben, bis alles schäumt
rühren
rühren
rühren, bis sich der Schaum wieder absetzt

Farbbrei in ein Tuch geben und leicht abseihen
im Tuch befindet sich jetzt der feuchte Krapplack*
antrocknen lassen
Brei abschaben und in einem Gefäß vollständig trocknen lassen
nach der Trocknung im Mörser zerreiben
FERTIG!

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* Chemie war nie meine Stärke, aber wenn ich richtig liege, ist das mit Farbstoff eingefärbte Tonerde
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Krapplack 1.Versuch

7.März: Hier ist mein fertiges Pigment. Die Farbe ist sehr schön geworden, wenn auch eher rosa als rot. Ich werde beim nächsten Mal versuchen, einen etwas dunkleren und satteren Farbton hinzubekommen.

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Krapplack 2.Versuch

 8. März: Zweiter Versuch. Diesmal ist es richtig schön krapprot geworden. Der Unterschied zum ersten Versuch ist enorm. Ich hab diesmal abgekochtes Wasser (weniger Kalk) genommen.

Experimentieren macht auf jeden Fall Spaß!

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